Die Hochzeit ist der glücklichste Tag im Leben. Die Braut schreitet in einem traumhaften weißen Kleid zum Altar, wo sie vom geliebten baldigen Ehemann schon sehnsüchtig erwartet wird. Es ist ein Tag voller Liebe, der Beginn einer großen, glücklichen Zukunft zu weit. Eine wichtige Rolle spielt an diesem Tag auch der Schmuck – neben einer zarten Kette, schönen Ohrringen zum Brautkleid natürlich allen voran der Ehering, es sei denn, das Paar verzichtet aus persönlichen Gründen auf dieses Schmuckstück der Verbundenheit. Es spielt keine Rolle, ob dieser Ring aus Edelstahl, Gold oder Platin ist, was er beim Einkauf auf www.diwe-design.de gekostet hat: Er ist der Beweis der Treue, besagt „ich bin vergeben“ und wird mit Stolz getragen. Diese Schilderung ist nicht an den Haaren herbeigezogen, sie entstammt einer ganz normalen Familie, in der sich zwei glückliche junge Menschen das Ja-Wort geben und die Eheringe tauschen. Leider gibt es auch in Deutschland das Problem der Zwangsheirat. Hier tritt ein Paar zum Ja-Wort, zum Hochzeitsritus an, das sich vielleicht kaum – oder schon seit Kindesbeinen – kennt: Jeder Partner ein eigenständiger Mensch, doch von der Familie in diese Ehe genötigt.
Die Entrechtung der Frau durch die Zwangsheirat
Auf www.profrau.at ist es sehr gut beschrieben, wie es zu einer Zwangsheirat kommen kann – auch im mittlerweile zum Multi-Kulti Staat Deutschland, also direkt nebenan. Die „Entrechtung“ der Frau beschreibt das Vorgehen allerdings nicht richtig, denn in Wirklichkeit haben die Mädchen in manchen Kulturen und Religionen kaum eigene Rechte. Es ist also ein Entkommen aus der familiären Obrigkeit des Vaters – unantastbar und unumstößlich – in eine Ehe, in der wiederum absolutes Gehorsam angesagt ist. Die Familie passt auf die Ehefrau mit auf, nicht nur in den Ehen, die innerhalb der Familie geschlossen werden.
Am schlimmsten ist die Zwangsheirat für ein Mädchen mit Migrationshintergrund, das das moderne Leben in Deutschland von Geburt an kennenlernte. Die junge Frau hat eine Schulzeit mit deutschen Kameraden hinter sich, kennt Handys, Kino, modernes Denken. Irgendwann aber erscheint es der Familie an der Zeit, sie mit dem Cousin, der zum Beispiel entfernt in der türkischen Heimat lebt, zu verheiraten. Sie soll in die Türkei umziehen, weg von Eltern und Freunden, in ein ihr fremdes Land, zu beinahe vergessenen Traditionen. Sie muss ihrem Mann die Treue halten, ihm Kinder schenken und an eine eigene Arbeit, eigenes Geld und viele andere Dinge, die für deutsche Frauen selbstverständlich sind, nicht einmal mehr denken. In manchen anderen Kulturen wird die Frau zum „Gut“, zur „Habe“, sie gehört ihrem Mann, wie ein Auto, ein Haus oder Schmuck und andere Dinge von Wert. Das bedeutet, die Ehefrau fließt – so unglaublich sich das anhört – sogar in die Erbmasse ein, die der verstorbene Ehemann hinterlässt.
Woanders bedeutet der Tod des Ehemannes die Verpflichtung für die Frau, sich das Leben zu nehmen – oder sie wird einfach mit dem toten Gatten verbrannt. Von Menschenrecht, von Recht auf Selbstbestimmung, ist hier keinerlei Rede mehr, weswegen nicht nur Organisationen strikt gegen die Zwangsheirat vorgehen und immer wieder Frauen aus prekären Situationen retten – was für diese aber den Verlust ihrer Familie, ihres bisherigen Lebens bedeutet. Die Zwangsheirat widerspricht auch eindeutig dem Artikel 16 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der besagt, dass eine Ehe nur vollkommen freiwillig geschlossen wird – nach freier Partnerwahl. In Deutschland gibt es, wie www.spiegel.de berichtet, ein Gesetz gegen die Zwangsheirat – dies ist jedoch schwer zu befolgen, denn ein „Nein“ gegenüber Vater und Mutter kommt in vielen fremden Kulturen gar nicht in Frage.
Ehrenmorde – jeder Fall ein Drama
Die untreue Ehefrau, die freizügige 16-jährige Tochter, die sich weigert, ein Kopftuch zu tragen, in die Zwangsehe einzuwilligen und einen Job oder ein Studium im Sinn hat: Das ist immer wieder der Anlass für Ehrenmorde. Manchmal reicht es der Familie nicht, die Frauen durch „Verstoßen“ zu bestrafen: Die Schande, die diese Frau über die Sippe gebracht hat, muss gesühnt werden: Sie soll sterben. Eine interessante Seite zu diesem Thema ist www.serap-cileli.de. In Deutschland werden die Täter aber strikt strafrechtlich verfolgt, bekommen in Not geratene Frauen Hilfe.