Noch während, doch spätestens nach dem Essen wird auf Feiern im privaten – und auch öffentlichen – Rahmen die Politik immer wieder zum Gesprächsthema Nummer eins. Wird im Nachbargarten zu einer Grillfeier geladen, steht hier nicht zwangsläufig der Weber Holzkohlegrill im Mittelpunkt. Zwar wird drüber diskutiert, ob man diesen woanders, als bei www.santosgrills.de kaufen hätte sollen und ob nicht ein Gasgrill die bessere Alternative gewesen wäre, doch nach einiger Zeit ist das Kapitel erledigt – und irgendjemand beginnt, aus dem politischen Tagesgeschehen zu berichten. Schnell entbrennt eine Diskussion, die allerlei interessante Gesichtspunkte für einen Beobachter aufweist. Da ist der ruhige Typ, der beschwichtigt, ist der laute Vertreter einer sehr obskuren Meinung – nach Art von „die müssten alle von Hartz IV leben müssen“ – sind die, die fundierte Beiträge bringen und jene, die immer wieder ein „Aber“ finden. Hitzig nimmt diese Unterhaltung einen Großteil des Abends ein – die Grills werden zur Politbühne, auf der zwar heiß argumentiert und nach Gegenargumenten gesucht wird, letztendlich aber mehr als Meinungen, Stimmungsmache oder fruchtlose Ideen nicht zu finden sein wird.

Meinungsfreiheit an den Grills

Wir in Deutschland haben noch das Glück unsere Meinung auch in politischen Dingen frei zu äußern, auch wenn gewisse Grenzen gesetzt sind. Geht es in Richtung Volksverhetzung, was da die einzelnen von sich geben, kann das auch hierzulande Konsequenzen haben. Keiner wird jedoch bestreiten, dass gerade bei Feten an den heimischen Grills, an Stammtischen – also stets im geschlossenen Kreis – manche Menschen auch einmal sehr kontrovers über Deutschland als Multi-Kulti Staat debattieren oder anderweitig harsche Kritik am System und einzelnen Politikern äußern. Ein Thema, das sicher zu völlig verschiedenen Ansichten zwischen Bierglas und Holzkohle Grills geführt hat, war das Treffen zwischen den Verantwortlichen aus  Deutschland und China, wo es zunächst um eine Erweiterung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den Nationen ging, in dem aber auch die Menschenrechte thematisiert wurden. Ein Video hierzu gibt es auf www.welt.de.

Eine Selbstverständlichkeit war es auch in Deutschland nicht immer, seine Meinung frei äußern zu dürfen. Man denke an den Ostteil des Landes, wo auch an den Grills die Nachbarn, scheinbar die besten Freunde, eilig an die Stasi weitergaben, was sie hörten – sofern ihnen an Vorteilen gelegen war. In der DDR war freie Meinungsäußerung, sofern sie sich gegen das Regime richtete, ein Garant für ein hartes Leben als politisch Abtrünniger, sogar mit der hohen Wahrscheinlichkeit, dafür ins Gefängnis zu kommen, verbunden. Das, was im Duden unter dem Begriff „politisieren“ zu finden ist (vgl. www.duden.de), musste in Ostdeutschland vor dem Mauerfall höchst sensibel betrieben werden – schnell konnte ein gar nicht einmal ernst gemeinter Satz zum Verhängnis werden. Ziemlich sicher aber waren die Freiheitsrechte und die Menschenrechte in der DDR alles andere, als üblich. Die Reisebeschränkung, die Kontrolle der Meinungen, das Verbot westlicher Medien und so weiter: All das war Alltag der Bürger.

Einen Schritt weiter zurück in der Geschichte: Als in Deutschland das NS-Regime an der Macht war, war das Politisieren eine noch heiklere Angelegenheit. Mit aller Härte wurde schon der Verdacht auf politische Gegner bekämpft. Wer nicht treu und brav der Propaganda folgte, nicht in das Schema passte, wurde ohne Chance auf Rehabilitation vernichtet – gesellschaftlich, finanziell, meist aber sogar in Bezug auf das eigene Leben. Wer es nicht schaffte, zu fliehen, war dem Tod geweiht. Die Menschenrechte zählen bis Kriegsende 1945 kein bisschen – Millionen Menschen starben nicht im Krieg, sondern durch Mord.

Die Meinungsfreiheit, wie sie auf www.artikel5.de beschrieben ist, gibt es in Gesamtdeutschland also noch nicht so lange, wie es wünschenswert wäre. Die Umsetzung auf globaler Ebene ist noch meilenweit entfernt. In dieser Hinsicht haben es die deutschen Menschen also mehr als gut – was auch bei den oft ausschweifenden politischen Diskussionen an den Grills unbedingt bedacht werden sollte. Vielleicht erscheint manches als ungerecht, vielleicht fühlt sich mancher benachteiligt, weil er es nicht so gut hat, wie andere Menschen um ihn herum: Das Recht auf freie Meinungsäußerung sollte dennoch mit einem gewissen Nachdenken, überlegten Worten verbunden werden.